der kleine Troll
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Trollinger mit Merlot feinherb
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Beschreibung
Trollinus
Tief verborgen zwischen sanften Hügeln, alten Reben und knorrigen
Obstbäumen lag ein Ort, den nur wenige kannten: das Eschenauer
Paradies, dort lebte ein kleiner Troll mit wuschelig-blauem Fell, großen
leuchtenden Augen und einer Blumenkrone, die niemals verwelkte.
Man nannte ihn Trollinus, den Hüter des Rubinweins.
Wenn morgens der Nebel wie ein silberner Schleier zwischen den
Weinbergen hing und die Sonne die Trauben zum Leuchten brachte,
dann war dies die Stunde des kleinen Trolls.
Trollinus liebte die Reben. Jede einzelne kannte er beim Namen. Er sprach mit ihnen im
Morgengrauen, wenn der Tau noch auf den Blättern glitzerte, und sang ihnen leise Lieder, damit
die Trauben besonders gut reiften.
In den verborgensten Reihen der Weinberge wuchsen Trauben, die nur im richtigen Licht sichtbar
wurden. Trollinger, fröhlich und lebendig, und Merlot, tief und samtig. Doch erst Trollinus spürte,
dass diese beiden Trauben zusammen mehr sein konnten als nur Wein. In der Nacht der roten
Sterne – wenn der Mond kupfern über Württemberg stand – begann Trollinus sein Werk. Er
erntete die Trauben nicht mit der Hand, sondern mit einem alten Trolllied, dass die Beeren sanft
von den Reben fallen ließ. Jede Traube leuchtete kurz auf, als hätte sie einen Funken Magie
gespeichert. In seinem kleinen Fasskeller, verborgen unter einem alten Rebstock, ließ Trollinus
den Trollinger und Merlot gemeinsam ruhen. Er rührte den Most mit einem Löffel aus Rebenholz,
flüsterte Wünsche hinein und gab einen Tropfen Tau aus dem Morgengrauen dazu. Wochen
vergingen, in denen der Wein leise sang und der Keller nach Beeren, Erde und Zauber duftete. Als
der Wein vollendet war, schimmerte er tiefrot wie Rubine, weich und doch voller Kraft. Wer einen
Schluck davon trank, spürte Wärme im Herzen, erinnerte sich an schöne Momente – und
lächelte, ohne zu wissen warum. Trollinus nannte sein Werk den Trollinger mit Merlot. Er teilte
ihn nicht leichtfertig, nur mit Menschen, die das Paradies mit Respekt betraten. Und so geschieht
es bis heute: Wenn du im Eschenauer Paradies ein Glas dieses Weines hebst und glaubst, ganz
leise ein Kichern im Wind zu hören – dann sitzt Trollinus vielleicht ganz in der Nähe, zufrieden,
mit einem vollen Becher und funkelnden Augen.
Denn manche Weine sind mehr als Wein.
Sie sind Magie in Flaschen